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Wie wirken denn nun die Gestirne genau? Beeinflussen sie uns irgendwie oder wie funktioniert das?

Darauf gibt es zwei Antworten:

Zunächst können wir, wie eingangs schon beschrieben, die Astrologie als "kosmische Sprache" begreifen. Damit ist sie ein analoges System und kein kausales. D.h. in jahrtausende alter Beobachtung haben Astrologen festgestellt, dass es Übereinstimmungen gibt zwischen dem, was die Gestirne so tun - also wie sie am Himmel auf- und untergehen, welche Position sie im Horoskop haben und so weiter - und dem, was die Menschen so tun, die diese Konstellationen im Horoskop haben. Das hat ursächlich, also kausal, NICHTS miteinander zu tun! Wir sagen manchmal: "Jupiter bestrahlt Sie günstig", weil das so ein schönes, griffiges Bild ist. In Wahrheit merken Sie überhaupt nichts von irgendeiner Jupiter-Strahlung. Es ist nur einfach so, dass die begünstigende Stellung Jupiters in ihrem Horoskop nach astrologischer Erfahrung eine günstige Phase in Ihrem Leben anzeigt. Das wollen wir damit ausdrücken. Wenn wir sagen: "Der rückläufige Merkur macht Sie ganz konfus", benutzen wir wieder nur ein Bild, denn wir wissen aus Erfahrung: Wenn Merkur rückläufig ist, bricht in Kommunikation, Transport und Verkehr Konfusion aus. Merkur zieht nur ganz unschuldig seine Bahn und hat damit gar nichts zu tun – er läuft ja noch nicht mal wirklich rückwärts, sondern das sieht von der Erde aus nur so aus! Also, alles nur Bilder, Analogien und blumige Beschreibungen, weil die Erfahrung zeigt, dass diese Zusammenhänge einfach da sind – und nur der liebe Gott weiß, wie sie zustande kommen.

 

Die zweite Antwort ist – Entschuldigung wenn ich Sie jetzt verwirre – dass es sehr wohl auch einen physikalischen Zusammenhang gibt! Bei Sonne und Mond ist das offensichtlich: Ohne die Energie der Sonne wäre auf der Erde kein Leben möglich, aber auch nicht ohne die ausgleichenden, die Erdumlaufbahn stabilisierenden Kräfte des Mondes. Dass der Mond während seines Erdumlaufs mal eben locker die Weltmeere anhebt und damit Ebbe und Flut verursacht ist ja nun auch bekannt. Und damit beeinflusst er auch die zum größten Teil aus Wasser bestehenden Zellen unseres Körpers - weshalb empfindsame Naturen dann "mondsüchtig" oder ähnliches werden. Und dann kann man ja weiterdenken: Wer sagt denn, dass nicht auch die anderen Planeten unseres Sonnensystems einen wichtigen Einfluss auf die wundervolle Gesamtkonstruktion dieses Systems haben? Inzwischen weiß man, dass Masseriese Jupiter dabei hilft, die Brocken aus dem Asteroidengürtel zusammen zu halten und dafür sorgt, dass nicht regelmäßig welche auf die Erde krachen. Täte er das nicht, gäbe es uns wohl gar nicht! Fast täglich entdecken die Wissenschaftler neue, erstaunliche Zusammenhänge die erklären, warum dieses ausgeklügelte System von Planeten, die nach einem genauen Rhythmus um ihr Zentralgestirn kreisen, so und nicht anders sein muss und kann. Die neuere Forschung interessiert sich z.B. auch für "Resonanzen". Planeten haben nämlich ganz bestimmte Schwingungs-Eigenschaften, die man auch als Töne hörbar machen kann. Ihre Bahnen folgen zum Teil Gesetzen, wie wir sie in der Kunst (etwa im "goldenen Schnitt") wiederfinden. Oder die Venus: Ihre Bewegungen zeichnen, von der Erde aus betrachtet, einen fünfzackigen Stern an den Himmel, der exakt dem magischen Pentagramm entspricht. Dabei folgt sie einer Gesetzmäßigkeit, die Forscher und Künstler mit den "Fibonacci-Zahlen" beschrieben haben und nach der auch fünfstrahlige Blumen ihr Wachstum ausrichten. Und da gibt's noch viel mehr zu entdecken! Diese feinen Zusammenhänge werden erst nach und nach erforscht und ich bin ganz sicher, dass man irgendwann schon herausfinden wird, dass es tatsächlich einen physikalisch messbaren "Einfluss" der Planeten auf den Menschen gibt. Dafür müssen die Wissenschaftler aber ihren Horizont noch erweitern und gleichzeitig feinere Messmethoden entwickeln. Einstweilen begnügen wir Astrologen uns damit, dass das System Astrologie auch ohne wissenschaftliche Beweise ausgezeichnete Ergebnisse liefert!

Es gibt übrigens nicht wenige Astrologen, die eine streng wissenschaftliche Ausbildung als Physiker, Mathematiker oder Astronom genossen haben und sich mit Begeisterung der Astrologie widmen, ohne darin einen Widerspruch zu sehen!