Bei Zwillingsgeburten hat man meist durchaus aussagekräftige Zeitunterschiede zwischen den Kindern – die beiden Geburten können sich ja von einigen Minuten bis zu mehreren Stunden unterscheiden. Dann haben wir auch im Horoskop feine bis deutliche Unterschiede, - wenn sich etwa der Aszendent ändert - an denen sich die Unterschiede im Temperament der Geschwister ablesen lassen. Freilich gibt es auch z.B. die Kaiserschnitt-Zwillinge, die dann wirklich fast die gleiche Uhrzeit haben. Wie gehen wir nun bei fast identischen Horoskopen vor? Nun, bei vielen wichtigen Konstellationen sind ja mehrere Planeten, sprich Kräfte, beteiligt. Es hat sich gezeigt, dass sich Zwillinge manche Konstellationen "teilen", dass heißt, jeder Zwilling bringt andere Planetenkräfte des gleichen Horoskops besonders stark zum Ausdruck. Nehmen wir an, in einem Horoskop stehen sich Mars (Durchsetzung) und Mond (Gefühl) in einer Opposition gegenüber. Eine Einzelperson wäre damit hin- und hergerissen zwischen dem Wunsch, sich durchzusetzen einerseits und ihren Gefühlen und instinktiven Reaktionen andererseits. Die Zwilling-Mädchen Rosa und Marie sind eineiig, nur 4 Minuten auseinander, beide Krebs mit Waage-Aszendent. Die bezaubernden Mädchen gleichen sich in vielem, aber ihr Temperament unterscheidet sie deutlich. Sie haben die beschriebene Mond-Mars-Opposition in ihrem Horoskop. Was machen sie? Sie teilen sich die Konstellation einfach auf! Marie übernimmt den Mars, also die Rolle der Durchsetzungsfreudigen, sie ist laut, spontan und fordernd. Rosa bringt dagegen lieber die Mondkräfte zum Ausdruck: Sie reagiert sentimental und anhänglich, wartet bis Rosa vorgeprescht ist und gluckt gern bei Mutter Sabine. Und die kann gar nicht verstehen, wieso nicht jeder ihre – wirklich völlig gleich aussehenden – Mädels auseinander halten kann. Ist doch klar, Marie ist die Freche, Rosa die Anhängliche! So und ähnlich müssen Sie sich das vorstellen, wenn Zwillinge mit gleichem Horoskop bzw. gleicher Erbanlage doch unterschiedliche Wege finden, sich auszudrücken und sich in der Welt zu behaupten. Das Beispiel belegt auch generell, was ich immer sage: Es gibt einen gewissen Spielraum dafür, wie ein Mensch seine Konstellationen letztlich auslebt!